Mathias „Hias" Rebitsch

 

Mathias „Hias" Rebitsch (1911-1990) war vielleicht einer der besten Kletterer aller Zeiten. Über fast 20 Jahre verteilen sich seine Erstbegehungen, viele im Rofan, im Karwendel und im Wilden Kaiser. Immer wieder kletterte er in höchsten Schwierigkeiten, in abgelegenen Gebieten, an einsamen Wänden und durch brüchiges und schlecht abzusicherndes Gestein. Das war sein Weg, dem bis heute an mancher Stelle kaum jemand zu folgen wagt. Beeindruckend auch sein Stil: Hias Rebitsch war ein Verfechter der freien Kletterei bis an die oberste Leistungsgrenze und wandte sich damit gegen die in den späten 1940er Jahren einsetzende Tendenz des technischen Kletterns. Wie vor ihm Otto Herzog und Fritz Wiessner war er mit diesem Anspruch seiner Zeit weit voraus.

Ob 100 Stunden in der Eiger-Nordwand oder auf dem Silbernen Sattel am Nanga Parbat: Hias Rebitsch war im Fels der Alpen genauso zuhause wie in den Bergen der Welt. Ein Multitalent war er nicht nur am Berg: Er studierte zunächst Chemie, später Vor- und Frühgeschichte, las Sartre, durchstreifte als alpiner Archäologe die Anden, arbeitete für den ÖAV im Expeditionsbereich und in der Bergführerausbildung und war zuletzt Ehrenprofessor für Archäologie in Innsbruck. Hias Rebitsch, ein Profi am Berg, ein Abenteurer, ein Forscher, ein Hedonist, ein Einzelgänger, ein Freigeist? Seine beeindruckende Persönlichkeit, sein Können und seine Kletterethik jedenfalls machten ihn zur Leitfigur einer ganzen Klettergeneration.