Unterer Schüsselkarturm: "Herbst-Teufel", 6-

A. Herbst, H. Teufel, 1935

Genial wie die „Schober", nur etwas leichter. Wobei „leichter" relativ ist, was jeder schon in der 1. Seillänge merkt. Mit 5+ ist die zwar fair bewertet – fair aber nur für einen Klassiker. Und die sind bekanntlich schwerer zu klettern als manche neuere Route gleicher Schwierigkeit. Zumindest weiß jeder von Beginn an, wo’s lang geht. Nämlich nur steil bergauf. Perfekt saniert: Sparsamer Einsatz von Bohrhaken, jedoch immer an entscheidender Stelle. Der Lohn? Nochmal umdrehen beim Abstieg: Ja, durch diese Wand bist du gerade geklettert! Einfach genial.

 

Schwierigkeit: 6- (5+/A0) in einer SL, meist 4 bis 5+

Gesamtanforderung: 3-

Wandhöhe: 250 m

Kletterlänge: 290 m

Ausrichtung: NW

Dauer: 3 h

Absicherung: gut abgesichert, gute Sicherungsmöglichkeiten

Material: 4 Expressen, kleine und mittlere Klemmkeile/Friends

 

Karten:

AVK 4/3 Wetterstein- und Mieminger Gebirge, 1:25000

BLVA UKL 31 Werdenfelser Land, 1:50000

F&B WK 322 Wetterstein, Karwendel, Seefeld, Leutasch, Garmisch-Partenkirchen, 1:50000

 

Literatur:

Panico Wetterstein Nord, 2003

Panico Best of

AVF Wetterstein, 1996

Talort: Garmisch-Partenkirchen (700 m)

Ausgangspunkt: Bahnhof Garmisch-Partenkirchen / Skistadion (700 m)

 

Anfahrt:

Mit der Bahn nach Garmisch-Partenkirchen: stündlich aus München in 1 h 20 Min, Anschluss in Tutzing (aus Richtung Kochel), in Weilheim (aus Richtung Schongau), in Murnau (aus Richtung Oberammergau); stündlich bis zweistündlich aus Richtung Reutte in knapp 1 Stunde; zweistündlich aus Innsbruck in 1 ½ h.

 

Rückfahrt:

Mit der Bahn bis in den späten Abend stündlich ab Garmisch-Partenkirchen in 1 h 40 Min. nach München (bis 20.00 Uhr stündlich Richtung Pfronten/Reutte), Anschluss in Murnau (in Richtung Oberammergau), in Weilheim (in Richtung Schongau) und in Tutzing (in Richtung Kochel); zweistündlich in 1 ½ h nach Innsbruck.

 

Stützpunkt:

Oberreintalhütte (1530 m): DAV Garmisch-Partenkirchen, bewartet von Pfingsten bis Anfang Oktober, 40 Lager; Tel.: 0 88 21-27 01, www.oberreintalhuette.de

 

Hüttenzustieg (800 Hm, 3 ½ h, mit MTB 1 ½ h):

Vom Bahnhofsvorplatz bis zur Partnach-Brücke, dort rechts und der Beschilderung zum Olympia-Skistadion / zur Partnachklamm folgen (1/2 h). Durch die Klamm (vor 7.00 und nach 18.00 Uhr können Räder durchgeschoben werden) und auf Forststraße ins Reintal. Beim Umschlagplatz links der Bezeichnung „Reintalangerhütte" folgen und an der Abzweigung „Schachen, Oberreintal" (bis hier mit MTB) links zur Oberreintalhütte.

 

Zustieg ab Hütte (400 Hm, 3/4 h):

Von der Hütte östlich über Geröll Richtung Oberreintaldom und über den Schuttkegel zum Plattenschuss. Diesen empor (2), zuletzt links haltend auf Steig zum Wandfuß des Unteren Berggeisturms. Weiter ansteigen und rechts haltend über Geröll und Gras auf Steigspuren bis unter die Nordwand des Unteren Schüsselkarturms. Direkt am Wandfuß befindet sich ein Grasfleck. An dessen westlichem Ende ist in 10 m Höhe ein Ringhaken zu sehen (Einstieg der Route Zittermanä). Von links nach rechts zu diesem Ringhaken steigen (2). Einstieg 4 m rechts davon (Ringhaken).

 

Abstieg (1 1/4 h zur Hütte, 3 ¾ h ins Tal):

Vom Gipfel teils auf dem Grat, teils in der Westwand auf Trittspuren nach Süden in die Scharte zwischen Unterem- und Oberem Schüsselkarturm absteigen / -klettern (1, Stellen 2). Weiter in westlicher Richtung ins Scharnitzkar und über Geröll hinab zur Nordwand (1/2 h). Auf Zustiegsweg zurück zur Hütte und ins Tal.

 

1. SL

Über einen Riss zum Überhang (mit altem Holzbrett) und weiter leicht rechts haltend entlang Riss empor. (35 m, 5+)

2. SL

Durch den linken Riss und eine Verschneidung und gerade empor in eine Nische. (30 m, 5+)

3. SL

Rechts der Nische gerade durch eine weite Verschneidung ansteigen und nach rechts zu kleiner Terrasse mit Felszacken queren. (35 m, 5)

4. SL

Über plattigen Fels senkrecht hinauf zum Stand in einer Nische am Fuß eines Risskamins. (25 m, 4)

5. SL

Steil durch den Risskamin empor, links haltend über Riss in eine steile Verschneidung. Stand links auf kleinem Band. (45 m, 5)

6. SL

Den Rissüberhang schräg rechts haltend überwinden. Stand an kleiner Nische. (20 m, 6-, 5+/A0)

7. SL

Den Überhang links umgehen und durch eine Verschneidung in gestuftes Gelände. (40 m, 5)

8. SL

Senkrecht über Platte links eines Risses auf eine große, griffige Platte klettern. Stand im Grasschrofen. (40 m, 4)

9. SL

Über gestuften Fels und den einfachsten Weg zum Ausstieg an der W-Kante. (20 m, 2)

Vom Ausstieg unschwer über den Grat zum höchsten Punkt.